Neugierde! Was verbindest du mit dem Begriff: Neugierde? Worauf bist du neugierig? Neugierde – auf ein neues Jahr? Gierig sein auf das Neue?!? Darf ich das überhaupt: gierig sein? Und was ist das Neue – das Unbekannte – das nicht Sichtbare überhaupt?
Wir tragen alle eine kindliche Neugierde in uns. Es ist unser Geburtsrecht. Eine prickelnde Energie, die uns eine Abenteuerlust auf das Leben schenkt. Wie sieht es aus mit deiner kindlichen Neugierde, mit deiner kindlichen Abenteuerlust? Ist sie noch da oder ist sie im Laufe deines Erwachsenendaseins immer mehr verdrängt worden?
Wie hast du früher Weihnachten, Silvester, Neujahr – das neue Jahr gesehen. Mit früher meine ich wirklich aus deiner kindlichen Sichtweise. Und was verbindest du heute mit diesen Tagen?
Sollten wir uns nicht alle einen Funken dieser kindlichen Freude auf das Neue bewahren und wieder leben. Schau dir kleine Kinder an, wie schnell und gut sie mit „Enttäuschungen“ nach einer Erwartung umgehen – es wird nach der ersten Traurigkeit wieder gespielt und gelacht. Die Enttäuschung ist vergessen in der Vergangenheit. Allenfalls bleibt ein Lernimpuls über diese Situation.
Und es ist immer wieder der Freude auf das Abenteuer, was Leben heißt. Immer wieder neu. Stehen, hinfallen, aufstehen, gehen, hinfallen, aufstehen, gehen, gehen, gehen, gehen….
Mit der ureigenen kindlichen Geduld und dem Vertrauen darauf, dass wir es lernen können und dass es uns irgendwann gelingt.
Vielleicht sollten wir uns immer mehr unserer ureigenen kindlichen Neugierde auf das Leben, verbunden mit aller Geduld, Zuversicht und Vertrauen öffnen; uns dieser Kraft erinnern und sie mit dem Wissen von heute neu leben. Es ist nicht nur das neue Jahr, was dies in sich trägt, es ist jeder Tag, jeder Moment, der die Möglichkeit dafür schenkt.
Auch wenn die Kinderzeit vielleicht vergangen ist, so ist die kindliche Abenteuerlust in dir doch immer da. Erwecke sie neu und vor allem: lebe sie neu.
Kind bleiben
Lasst die Kinder Kinder bleiben,
triezt sie nicht zum reifen Wer.
Ihr so junges, frisches Leben
ist noch lang und zudem schwer.
Lasst sie spielen, toben, tanzen
und somit auch kindlich sein,
auf den Bäumen Buden bauen –
Hauptsache, ihr Geist ist rein.
Lasst sie Unbeschwertheit spüren,
denn das ist wie fliegen pur.
Sich wie Große zu verhalten
bringt sie oftmals aus der Spur.
Füttert sie nicht mit dem Gelde,
es verdirbt den Seelenklang.
Lasst sie ihre Jugend schlemmen –
denn die Kindheit währt nicht lang.
Norbert van Tiggelen





