Ast und Wurzel

Ich habe vor einigen Tagen einen Artikel im Internet entdeckt, in dem es darum ging, wie sich ältere Menschen trotz Altersarmut gesund ernähren können. Sicher ein sehr guter Ansatz. Für mich bleibt jedoch auch: Die Frage lautet nicht, wie sich Senioren trotz Altersarmut gesund ernähren. Sondern: wie können wir die Altersarmut vermeiden und auflösen?!

Diese Art der Herangehensweise ist nach meiner Einschätzung recht häufig zu finden und steht nur symbolisch für Situationen in unserem Leben auf dem Weg unserer Bewusstseinsentwicklung: wir arbeiten am Ast, jedoch nicht an der Wurzel. Wir schauen uns das an, was erkennbar ist, verfolgen jedoch nicht den Weg weiter und schauen, wo denn die Ur-Ursache für das Oberflächige zu finden ist. Behebe ich die Ur-Ursache, so kann sich damit auch das augenscheinliche „Problem“ auflösen, da die gesunde Wurzel auch immer den Ast nährt. Das Augenscheinliche ist für mich immer der Hinweis, dass hier etwas in Ordnung gebracht werden möchte. Manchmal bedarf es sicher auch Mut, sich seiner Wurzel der Thematik zu nähern und sie sich selbst einzugestehen. Es ist absolut eine Herausforderung, in seiner Seelentiefe Licht reinzubringen. Es lohnt sich jedoch, denn richtig in die Tiefe gegangen und Klarheit geschaffen, erspart mitunter einen langwierigen Leidensprozess in Wiederholungsschleife.  Und manchmal brauchen wir Unterstützung von außen, um diesen bewegenden Prozess zu erleben. Ich lade dich ein, bei dir zu schauen: In welchen Situationen siehst du bei dir „nur“ den Ast – wo erkennst du vielleicht die Wurzel dafür. Lass die Wurzel gesunden, so dass auch alle Äste langsam gesund werden können.